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Gemeinde Kupferzell - Ein gutes Stück Hohenlohe

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Johann Friedrich Mayer

"Gipsapostel" und "Bauernpastor"

Historische Ansicht
Historische Ansicht

Johann Friedrich Georg Hartmann Mayer, so sein vollständiger Name, wurde am 21. September 1719 in Herbsthausen geboren. Von 1745 bis 1798 war er evangelischer Pfarrer in Kupferzell. Hier wirkte er als Lehrer des Volkes. Mayer zeigte sich verantwortlich für die Einführung der Gipsdüngung zur Ertragssteigerung, Einführung der Futterrübe, des Kleeanbaus auf der Brache, Mostobstanbau und Stallhaltung des Viehs.

Mayer führte weitere zukunftsorientierte Vorschläge ein, wie Einführung von Versicherungen und technischen Neuerungen, Stellungnahme zu politisch-sozialen Fragen u.a.m. Ihm ist auch die Einführung des Kartoffelanbaus in dieser Gegend zu verdanken. Sein Wirken brachte ihm bei der Nachwelt die Bezeichung "Gipsapostel" und "Bauernpastor" ein. Ab 1768 verfaßte Mayer nicht weniger als 37 ökonomische Schriften.

Am 17. März 1798 ist Mayer in Kupferzell verstorben. Mayers Landsmann, Freund und erster Biograph Georg Forstner ließ dem in Kupferzell beigesetzten Pfarrer folgende Verse in die als Denkmal gestaltete Grabplatte hauen, die heute noch zu lesen sind: Treu dem frühesten Geschäft, das einst die Sterblichen trieben, Lehrer und Landmann zugleich, bautest zu Herzen und Feld. Darum belohnet dich nun die gütige Mutter, die Erde, da du sie also geehrt und ihre Kinder beglückt. Anderen gibt ihr Schoß nur toten Marmor zum Denkmal, dir sich verjungende Au'n und fröhliche Menschen darauf.

In die Amtszeit des berühmten Pfarrers Mayer fällt auch das merkwürdige Ereignis der Geburt der "Siamesischen Zwillinge" von Kupferzell. Das Ereignis erregte als "Sensation" der damaligen Zeit weithin Aufsehen. Pfarrer Mayer veröffentlichte dazu zwei Schriften.